Heute möchte ich einem Thema Beachtung schenken, was nicht viel entfernter vom eigentlichen Kernthema Lasertechnik entfernt liegen könnte: Mitfahrgelegenheiten bzw. Trampen. Ein wenig Offtopic am Rande des Arbeitsalltags. Anlass dazu gab mir dieser Zeit Artikel in dem der Autor über die vermeintlichen “neuen” Mitfahrgelegenheiten berichtet. Nun, der Autor preist es nicht als neu an, aber bei der Art und Weise wie er dieses Konzept vorstellt, könnte man denken, es sei eine fundamental neue Entdeckung und nicht schon seit mehreren Jahren fest etabliert. Zumindest glaube ich persönlich auch einiges zu diesem Thema zu wissen und komme daher nicht umhin auch meinen Kommentar dazu zu geben.
- Ja, Mitfahrgelegenheiten gibt es schon seit mehreren Jahren in Deutschland
- Ja, es ist eine kostengünstige Alternative zur Bahn
- Ja, die allermeisten Menschen, die einen aufsammeln, sind zuverlässig und nett
- Ja, manchmal werden einem völlig irrelevante Lebensgeschichten auf die Nase gebunden
- Ja, die meisten jungen Menschen, die ich kenne, nutzen diese Art der Mobilität
Alles in allem ist es ein schöner Artikel über diese umweltfreundlichere und billigere Form des spontanen Vereisens im Inland. Ich persönlich würde immer mit Mitfahrgelegenheiten fahren, wenn ich gesetzte Zeiten einzuhalten habe.
In einem Punkt muss ich jedoch wiedersprechen: Tramper gibt es immer noch. Natürlich sind sie nicht ganz so zahlreich wie vor 40 Jahren, doch es gibt. Ab und zu bin ich einer davon. Früher wurde das Trampen als kostenlose Möglichkeit zum Reisen eine

lohnende Alternative zu sonstigen Verkehrsmitteln, doch mit immer weiter steigendem Lebensstandard hat es der Otto-Normal-Verbraucher gar nicht mehr nötig zu Reisen, kann man doch für wenig Geld eine sicherere Alternative haben, die Mitfahrgelegenheiten.
Trampen hat heutzutage andere attraktive Attribute als lediglich kostenlos. Es ist ein kleines Abenteuer an sich, denn der Rückgang des Trampens hat einen zweischneidigen Effekt. Autofahrer haben eine zunehmende Skepsis gegenüber Trampern aufgebaut. Kaum noch Menschen sind bereit einen Tramper mitzunehmen. Eine komische Entwicklung, wenn man bedenkt, dass es bei Mitfahrzentralen überhaupt kein Problem ist, Fremde mitzunehmen. Zugegebenermaßen ist Trampen dann auch nicht die schnellste Alternative. Etwa 700 km kann man an einem guten Tag schaffen, und man lernt eine Menge komischer, aber auch interessanter Menschen kennen. Und solange man nicht als Mädchen eine Gruppe LKW-Fahrer am Sonntag Abend im Dämmerlich anspricht, ist das Risiko sehr gering.
Doch auf eines stößt man als Tramper immer wieder: “Warum?” Scheinbar sind kaum noch Menschen in der Lage sich in andere hinein zu versetzen. Die Gründe zu trampen variieren zwar leicht, doch sind im Grunde für jeden dieselben. Spaß, ein wenig Action, Spontanität und das alles gratis. Doch wie oft ich das schon gefragt wurde, kann ich nicht mehr zählen. Aber wenn man auf einem Rastplatz irgendwo in Westdeutschland um 3 Uhr Nachmittags steht und der Pole, der einen gerade mitgenommen hat, zeigen möchte, wie man den VW Polo da vorne knackt, damit man nicht mehr trampen muss, man jedoch freundlich lächeln und dankend ablehnt, dann weiß man warum.
Beitrag bookmarken, drucken oder mailen: