Vor einigen Wochen habe ich über die Herstellung von Modellen mit dem Laser berichtet. Ein Kunde von Trotec, Regner Dampf- und Eisenbahntechnik, nutzte einen Speedy 100R um Modelle zu schneiden. Als Laie und Outsider der Modellbauszene konnte man ja nicht ahnen, dass sie damit extreme Vorreiter und Avantgardisten sind. Im Gegenteil, ich entdeckte einen Artikel in einer Fachzeitschrift des Modellbaus, in dem sehr viel näher auf die ‘neue’ Lasertechnik eingegangen wird. Es scheint so, als würden nur wenige, wie zum Beispiel Trotec Kunde Joswood, das Potenzial und die Chancen erkennen, die die Lasertechnik bietet und Skeptiker die Mehrheit bilden und auf Traditionsbewusste Herstellung setzen.
Bis vor wenigen Jahren war die Laser Cut Sparte im Modellbau mehr als spärlich besetzt, sozusagen eine Nischenkultur. Mittlerweile hat sich das ein wenig normalisiert, dennoch kann man Grob immer noch in Liebhaber und Skeptiker unterscheiden, je nachdem ob man der neuen Technik zugewandt ist, oder nicht. Doch im großen und ganzen setzt mittlerweile jede größere Modellbaufirma in irgendeinem Bereich der Herstellung auf Laser Cut und die Lasertechnik. Ganz einfach der Wirtschaftlichkeit halber. Der Grund ist einfach: Ohne Laser entzieht man sich dem Wettbewerb. Ohne Laser kann man einen großen Teil des Bedarfs nicht mehr bedienen, weil man das entsprechende Angebot nicht mehr realisieren kann. Fakt ist: Die Lasertechnik erhöht die Vielfalt und das Angebot im Modellbau. Denn durch die teilweise starke Verminderung der Produktionskosten werden manche Dinge überhaupt erst realisierbar.
Worin besteht aber nun der Vorteil? Nun, wie ein Laserstrahl funktioniert, sollte dem Großteil von Ihnen geläufig sein. Gebündeltes Licht, hochkonzentriert sozusagen. Der Vorteil liegt meines Ermessens in Punkto Modellbau in der Flexibilität des Laserstrahls. Je nach Einstellung und gegebenem Material lassen sich die unterschiedlichsten Dinge realisieren. Man kann zum Beispiel einzelne Schichten abtragen, was, insofern die
Schichten unterschiedlich gefärbt sind, die tollsten Effekte zum Ergebnis haben kann, aber auch sehr präzise, feine und vor allem saubere Schnitte sind mit dem Laser problemlos möglich, ganz egal ob Serienproduktion oder Einzelanfertigung.
Für die Anwendung im Modellbau, eignet sich ein CO2-Laser am Besten. Grundsätzlich ist mit dem Laser zwar jedes Material zubearbeiten möglich, jedoch scheint sich Pappe bzw. Pappkarton am besten dafür zu eignen. Das liegt wohl aber auch an dem im Modellbau am weitest verbreitetsten Kunststoff, Polystrol, welcher sich nur sehr bedingt zur Laserbearbeitung eignet. Polystrol neigt dazu an den Schnittkanten zu schmelzen. Dafür lassen sich mit Echtholz sehr realistische Effekte kreieren, oder passende Verglasungen aus echtem Glas für Fenster herstellen, Flexibilität eben. Und ebenso zeigt sich daran, das die Zukunft der Gebäudemodelle dem Laser gehört.

