Heute möchte ich über ein Thema schreiben, was mir besonders am Herzen liegt. Die Netiquette – zusammen gesetzt aus Net und Etiquette – ist der ungeschriebene Verhaltenskodex im Internet, egal ob in Chatrooms, sozialen Netzwerken, Foren oder den zahlreichen anderen Arten der Kommunikation.
Ich selbst wuchs Hand in Hand mit dem Internet auf. Ich gehöre wohl zu der ersten Generation, die den richtigen Umgang im Internet mit ihm selbst im Diskurs gelernt hat. Durch Menschen wie mich hat sich wohl die Netiquette erst geformt. Ich weiss instinktiv, was ich dem Internet preisgeben darf, und was nicht, was ich besser für mich behalten sollte oder was ich wie möglichst vielen Menschen mitteilen kann.
Bis vor wenigen Jahren blieb das Internet größtenteils jung. Ich behaupte, dass der Durchschnittsuser etwa Anfang 20 war. Mittlerweile hat sich dieses Bild durch Facebook und co gewandelt. Das Netz gewinnt an Attraktivität für ältere Generationen, die aber nun leider nie gelernt haben, richtig damit umzugehen. Immer öfter muss ich entdecken, wie sich Erwachsene bei Facebook selbst lächerlich machen oder die privatesten Details öffentlich herumposaunen. Sie legen Verhaltensweisen an den Tag, die sie im realen Leben wohl niemals in dieser Art und Weise auch getan hätten. Daher möchte ich in diesem Artikel ein paar grundlegende Regeln für die Benutzung von Facebook aufstellen, die auf der Netiquette fußen.
#1 Das Internet vergisst nicht und vergibt nicht
Was Sie einmal geschrieben oder abgeschickt haben, wandert in den Cyperspace und bleibt dort, selbst wenn Sie es im Nachhinhein wieder löschen.
#2 Seien Sie diskret auf Pinnwänden und in Kommentaren
Nutzen Sie diese weder für längere Gespräche noch für private Kommunikation und achten Sie darauf, was Sie schreiben. Pinnwände und Bilder sind quasi öffentliche Einrichtungen, also behandeln Sie diese auch als solche.
#3 Will ich das wirklich schreiben?
Lesen Sie alles, was Sie schreiben, noch einmal durch und stellen Sie sich die Frage, ob Sie das auch wirklich schreiben wollen. Denken Sie daran, was andere von Ihnen halten könnten.
#4 Achten Sie auf Ihre Sprache
Diese Regel geht Hand in Hand mit #3. Achten Sie auf ordentliche Rechtschreibung, sowie Grammatik und Ausdruck. Was für ein Eindruck macht jemand, der nichtmal seine eigene Muttersprache beherrscht oder schreibt, als würde er 23.30 an einem ausgewachsenen Stammtisch Freitag Abends sitzen.
#5 Niemand interessiert Ihr Privatleben
Außer Ihrer Mutter, Oma oder Partner interessiert es niemanden, ob ihr Meerschwein gerade an Cholera erkrankt ist. Halten Sie private Informationen ohne Belang auf ein Minimum. Ein geflügeltes Wort im Internet heisst: tmi (too much information / zu viel Information).
#6 Auch Facebook-Freunde sind Freunde
Schicken Sie niemanden, den Sie nicht kennen eine Freundschaftseinladung. Ich räume ein, dass es Ausnahmen gibt, bei welchen es manchmal nötig ist. Wenn Sie es tun müssen, dann schreiben Sie aufjedenfall einen Grund dazu, wieso Sie mit demjenigen befreundet sein möchten.
#7 Verhalten Sie sich wie im echten Leben
Facebook ist kein Paralleluniversum. Jegliche Verhaltensregeln, die auf das wahre Leben zutreffen, tun dies auch bei Facebook. Wenn Sie Zweifel daran haben, wie Sie sich verhalten sollen, dann tun Sie es so, wie Sie es auch in einer Angesicht-zu-Angesicht-Situation tun würden.

Wieder einmal ein sehr gelungerner Beitrag !
Herzlichen Dank für Ihre Mühe.
Erfolgreiches 2011
Liebe Grüße
Stefan Serrer
Kommentar by Stefan Serrer — 7. Januar 2011 @ 20:05