17. Januar 2012

Facebook: Timeline / Chronik – Review

 

Ende letzten Jahres führte Facebook ein neues Feature ein, die sogenannte Timeline oder auf deutsch: Chronik. Außer der Chronik selbst, wurden zwei weitere neue Funktionen vorgestellt, die uns dabei helfen sollen unser virtuelles Leben im Facebook noch ein wenig umgänglicher zu gestalten. Aktuell wird derzeit regen Kritik an der Timeline und den Neuerungen geübt. Noch sind sie nämlich nur optional, doch schon bald, zumindest wenn es nach Facebook Gründer Zuckerberg gehen soll, wird sie jeder nutzen (müssen). Im Zuge der Einführung dieser Neuerungen bin ich auf eine Schlagzeile gestoßen, die mich auch jetzt immer noch schmunzeln lässt.

Die Online Abteilung der Bild Zeitung berichtete am 16.12.2011 über die Einführung der neuen Chronik. Doch anhand dem, was ich aus dem Artikel rauslese, haben die Bild Redakteure entweder nicht begriffen worum es geht, oder man möchte mal wieder grundlos Panik schüren. Eine Überschrift, die grundsätzlich im Internetkontext jeden in Panik verfallen lässt, gekoppelt mit einer Fragestellung, die die nach Informationen verlangenden Hände von Facebook fast sichtbar vor dem Auge erscheinen lässt: “Soll ich mein ganzes Leben auf Facebook erzählen?’. Diese rhetorisch gemeinte Frage stößt wohl bei jedem auf Ablehnung. Bild reduziert den Gehalt der Neuerungen darauf, dass man neue, bisher noch unbekannte Informationen, preisgeben soll. Doch das ist keineswegs der Grundgedanke. Mit Timeline ändert sich im großen und ganzen eigentlich nur die Darstellungsweise der bisher vorhandenen Informationen. Bis auf die Tatsache, dass man mehr oder weniger gezwungen wird, ein weiteres Bild, abgesehen vom Profilbild, zu veröffentlichen, wird man nicht aufgefordert irgendwo zusätzliche Informationen einzugeben. Wie gewohnt also nur aufgebauschte Panikmache und Volkstimmungspopulismus.  Doch zurück zum eigentlichen Thema, unserer Chronik.

Titelbild

Dieses Bild werden Sie kurz nach dem Aktivieren der Timeline sehen. Dies ist Ihre neue Basis. Was im Bild bläulich hinterlegt ist, wird der Hintergrund für Ihr neues Titelbild. Das Titelbild wird insgesamt größer, breiter und mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als Ihr altes Profilbild. Von nun an ist Ihr Profilbild nicht mehr an erster Stelle, wenn man Ihr Profil betritt. Die erste Sache, die einem ins Auge fällt, wird das Titelbild sein. Wählen Sie also mit Bedacht und seien Sie kreativ. Die Timeline eröffnet einem ungeahnte Möglichkeiten, wie hier auf den Fotos von Kay Int Ven und Emanuele Bartolomucci.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chronik

 

 

 

 

Die Chronik, oder auch Timeline genannt, steht derzeit im zentralen Medieninteresse, wie oben bei Bild zu sehen ist, ist jedoch im großen und ganzen nur Ihre veränderte Pinnwand. Optische Neuerungen sind nun kaum zu übersehen, aber viel mehr, als dass eine Linie den Zeitverlauf anzeigt und die Orientierung erleichtert, hat sich nichts geändert. Die viel umfürchtete Phrase: “Nun kann jeder alles jemals veröffentlichte von Ihnen sehen” ist Blödsinn. Fremde Personen können nach wie vor nur so viel sehen, wie Sie es einstellen. Auch früher konnte man die alten Beiträge einsehen, wenn die Pinnwand öffentlich war, es war nur ein wenig unbequemer als jetzt. Die wirkliche Neuerung ist, vielleicht, dass man auch zurückliegende Ereignis, quasi pre-Facebook Ära, eintragen kann, Geburt, Schulanfang, Jugendweihe…

Social Apps

Die Privatsphäre sehe ich eher bei den Social Apps angegriffen. Umworben werden Sie mit: ‘drück dich durch das aus, was du tust’. Vielleicht haben Sie schon bemerkt, dass seit kurzem einige Ihrer Freunde Ihre Musikstreams/Musiktitel bei Facebook veröffentlichen, genau wie etwa Zeitungsartikel. Dies ermöglichen die sogenannten Social Apps, die einmal aktiviert, Sie beobachten, was Sie wann lesen und welche Musikstücke Sie hören. Ohne, dass es nötig wäre, dass Sie online sind, postet das Programm eigenmächtig Ihre Lese/Musik-Updates, um Sie der freien Welt zu verkünden.

An dieser Stelle muss ich persönlich sagen, tut mir Leid Facebook, das behalte ich lieber für mich..

 

 

 

 

 

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  • Autor:
  • Trotec Leipzig

1 Kommentar »

  • Carsten sagt:

    @Bild-”Zeitung”: Selbstverständlich ist das Geschreibsel von denen Panikmache mit einem minmalsten Anteil MÖGLICHER Warheit – und sei es nur, dass die Wahrheit darin besteht, dass sie das Wort “Facebook” richtig geschrieben haben. ;-)

    Wer sich nicht vor der englischen Sprache scheut, kann sich das “neue Facebook” auch auf amüsanten Weise von Yeshmin Blechin erklären lassen:

    http://www.youtube.com/watch?v=Viuq6HpfQXw

    Grüße

    Carsten

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