Mit dem 21. Jahrhundert kam Highspeed Internet für Jedermann und damit die Depersonalisierung von sozialen Interaktionen. Durch den rasanten Aufstieg von sozialen Netzwerken wie StudiVZ, SchülerVZ, MeinVZ, Wer-kennt-Wen und Facebook hat sich der digitalen Revolution gemäß das Sozialleben von vielen Personen teilweise, oder auch komplett, in die virtuelle Welt verlegt. Längst ist es alltäglich geworden, dass ein Großteil der Bevölkerung ihre persönlichen Eckdaten des Lebens in das World Wide Web feuern, ohne groß über Konsequenzen nachzudenken. Ich möchte hier jedoch kein Plädoyer á la “Schützt um Gottes Willen eure Daten” halten, sondern auf einen anderen Punkt anspielen.
Wie bei allen Dingen im Leben gibt es das Moderate oder Gemäßigte und das Extreme. Leider musste ich feststellen, dass der Aufstieg der sozialen Netzwerke viel mehr Extreme hervorgebracht hat, denn wie die Meisten bereits aus eigener Erfahrung wissen, gibt es Personen, die ihr Privatleben komplett “uploaden”. Bei solchen Menschen kann ganz genau nachvollziehen, wo er/sie letztes Wochenende feiern gewesen ist, wer die besten Freunde sind, was so in der Freizeit wann wo und wie gemacht wird usw.
Den meisten Medienrummel veranstalteten diese sozialen Netzwerke aber (den raketenartigen Schub von Facebook an der Börse mal beiseite gelassen) in Bezug auf Bewerbungen. Vielfach kursierten Gerüchte, Studien, Dokumentationen und Fallbeispiele von Personen, die überhaupt nicht erst zu Bewerbungen eingeladen wurde, aufgrund von Sauf-Fotos oder sonstigen Privatsachen, die sie in ihren jeweiligen Profilen preis gaben. Umfragen ergaben, dass vor allem große Firmen systematisch das Netz nach Bewerbernamen durchforsten um etwaige Informationen zu erhalten. So lautete bis vor kurzem der Gemeinkonsens. Bei Google findet man etliche Artikel dazu, oder man zieht die Zeit zu Rate.
Dies ist ja aber nun gemein bekannt, worauf will ich also hinaus? Bei Recherchen im Netz stieß ich auf einen sehr interessanten Artikel, der auch mein Bild bezüglich dieser Sache auf den Kopf gestellt hat. Die Entwicklungen, die sich seit dem ergeben haben, waren zumindest für mich sehr unerwartet und völlig überraschend.
Anscheinend haben sich die Bewerber an die Situation angepasst und empfinden das Durchforsten des Netzes und das Einsehen von privaten Profilen als legitimes Mittel der Firmen, um Informationen über die Bewerber zu erlangen. Bei den Firmen selbst jedoch hat sich ein ganz anderer Trend entwickelt, dessen Gründe mir noch verschleiert bleiben. Laut einer Studie recherchieren nur die allerwenigsten Firmen in sozialen Netzwerken, da diese Praktiken als “herumschnüffeln” bzw. unprofessionell empfunden werden.
Also ich jedenfalls, war baff!
Denken Sie aber bitte nicht, dass Sie ab jetzt ungeniert Ihre Daten ins Netz katapultieren können. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, und im World Wide Web gibt es unendlich viele virtuelle Elefanten.
